Hier gibt es Berichte zu lesen und Bilder zu sehen von meinem Leben in Kisii und meiner Arbeit in der Kisii Special School.
Des Weiteren habe ich zwei Projekte mit Freunden oder anderen Freiwilligen ins Leben gerufen: Siehe oberer Leiste.
Viel Spaß beim Lesen und Danke für das Interesse! Liebe Grüße, Eva
Aktuelle Information
Eigene Wohnung
15.05.2012
Das war eine stressige Zeit…
Letzte Woche sind wir mehr oder weniger Hals über Kopf aus unserer Gastfamilie ausgezogen. Schon lange wollten wir das tun. Jedoch wurde es uns nie erlaubt, auf Grund bürokratischer Anliegen. Wir sind Mitten in der Beantragung unserer Work Permit, die wir schon seit einem Jahr haben sollten, und während diesen Prozesses darf man nicht den Wohnsitz ändern, da dadurch die Adresse nicht mehr übereinstimmt. Wie auch immer. Diese Work Permit haben wir jedoch immer noch nicht, aber auf einmal, nach dem wir uns endlich durchsetzten war es kein Problem mehr auszuziehen.
Der Grund für unseren Auszug ist kein Streit mit der Familie oder sonst irgendetwas Bösartiges. Wir fühlten uns dort einfach schon lange nicht mehr wohl. Seit acht Monaten leben Verena und ich aus unserem Koffer in einem 12 Quadratmeter kleinen Raum. Im Januar zog in diesen dann noch Nadine mit ein. Wir hatten keinerlei Privatsphäre und ein ständiges Chaos- wie will man denn ohne Platz seine Sachen ordnen? Unmöglich ist das. Seit Monaten stehen wir deshalb im Kontakt mit unserer Organisation, deren Hände jedoch immer gebunden waren.
Letzten Woche Dienstag wurde uns dann alles zu viel. Wir drei verstehen uns super und erlebten jedoch an jenem Abend die Eskalation, die dann alles ins Rollen brachte. Unsere Gastmutter hostiert in ihren Räumen zum Teil bis zu 12 Freiwillige. Dies ist eine zu große Zahl, um sich selbst noch als Familienmitglied zu sehen, was eigentlich der Sinn ist, wenn man in einer Gastfamilie lebt. Wir zahlen sehr viel Geld für Miete und VErpflegung, jedoch kommt uns das nicht wirklich zu Gute. Ich habe lange überlegt, inwiefern ich darüber in meinem Blog schreibe, aber dies ist nun einmal die Tatsache. Sie verlangte dann an jenem Abend wieder mehr Geld für unsere Verpfleung. Jedoch sind uns die Hne gebunden und wir können und wollen nicht mehr bezahlen, da die Summe, um die es sich handelt, mehr als genug ist. Das wollte sie wieder einmal nicht verstehen. Mir persönlich platzte dann der Kragen. Jeden Monat ist es das gleiche Spiel. Wir könnnen und wollen uns einfach nicht mehr dieser Diskussion hingeben! In unseren Arbeitsstellen haben wir genug zu tun und werden mit genug Unschönen Dingen konfrontiert, sich dann noch UNwohl in unserem “Zuhause” zu fühlen ist zu viel. Ich wurde etwas lauter, weil ich einfach außer mir war und ich es satt hatte. Die Zustände hatten sich in der letzten Zeit wirklich verschlechtert… Es war mehr als offensichtlich, dass die Familie, das für uns bestimmte Geld für ihre eigenen Wünsche verwendet. Es sollte dafür genutzt werden, dass wir Vollverpfleung erfahren und nicht für die eigenen Anliegen. Jedoch ist nur letzteres der Fall gewesen.
Durch meine wohl etwas zu krasse Wortwahl und zu lauten Tonfall, war die Gastmutter sehr verärgert. Nachdem ich dan auch noch die Dikussion verließ, da sie mich nicht verstand und mit keinem Versuch auf mich und mein Anliegen einging, war ihr das offensichtlich zu viel. Eine Stunde später, nach dem es mir ziemlich beschi*** ging und sie Zeit zum nachdenken hatte, kam sie auf mich zu und meinte, dass ich ausziehen solle. Ein Rausschmiss, mehr oder weniger. Ich akzeptierte das und meinte, ich wäre Morgenfrüh weg.
Wir drei nahmen das als Chance und zogen daraufhin in den nächsten Tagen aus. Nun leben wir in usnerer eigenen Wohnung und genießen die gewonne Freiheit.
Mit der Familie haben wir diesen Vorfall geklärt und ausdikutiert. Wir gingen nicht im Schlechten auseinander. Es hatte wohl eine Eskalation gebraucht, um eine beidseitige gute Lösung zu finden. Sowohl die Familie als auch wir waren einfach zu gestresst und die angespannte Stimmung hatte sich an jenem Abend endlich gelöst.
Viele liebe Grüße aus unserer neuen Wohnung!
Schulbeginn und Urlaub amn der Küste
08. Mai. 2012
Heute hat die Schule wieder begonnen bzw. sie ist am anlaufen. Die Kinder kommen nun nach und nach zurück zur Schule und am Ende der Woche sind hoffentlich alle wieder zurück. Da heute Morgen nur drei Kinder anwesend waren, haben wir die ein bisschen mit Kreidemalen und Ballspielen beschäftigt. Nebenher räumten wir unser Office aus, das leider immer noch etwas chaotisch aussieht. Die Zaunreste, Nägel, Zement, Dünger und all möglicher Kram, lagern wir immer noch dort. Nichts desto trotz haben wir etwas Ordnung schaffen können. Außerdem erstellten wir eine To- Do- List, die leider kein Ende nimmt und einen Wochenplan. In unserem Kopf schwirren so viele Dinge herum, die wir erledigen müssen und wollen. Man verliert da gerne mal den Überblick oder gerät in Stress. Letzteres wollen wir jedoch mit aller Kraft verhindern, wo wir doch gerade aus dem Urlaub kamen. Wir waren einige Zeit an der Küste in Mombasa. Waren mit den dänischen Freiwilligen, mit denen wir hier wohnten Hasse, Mikkel, Leif, Rose, Albert, Emily und den dänischen Freiw. aus Nairobi zunächst im Süden nahe der tansanischen Grenze. Wir mieteten zwei Häuser. Verena, Nadine und ich waren in einem Haus mit Hasse, Mikkel, Leif und Rose, mit welchen wir 6 bzw. 3 Monaten zusammen lebten. Alberte, Emily, Anna, Andreas und Yosuf wohnten in einem extra Haus ganz in der Nähe von unserem. Wir hatten einen Koch, einen Gärtner, große Schlafzimmer, riesen Betten, schönes Bad, eine Küche mit einem Kühlschrank, einer Kaffeemaschine, einem Wasserkocher und viiiiel leckeres Essen, das wir uns im Supermarkt anschafften. Sogar einen Gefrierschrank hatte der Kühlschrank! Wir hatten sogar eine Waschmaschine! Ein richtiges Klo, Dusche und warmes Wasser! Wir hatten viel Platz, einen Garten und einen Pool neben unserem Haus. Kurz: wir lebten eine Woche in einem Haus von Paradies!
In der Zeit gingen wir an den Strand, aßen leckeres Essen, tranken richtigen Kaffee, kochten fast jeden Abend zusammen Leckereien wie Lasagne, Pizza, Flammenkuchen (ein deutsches Gericht für die andern zu liebe, die das nicht kannten), Spaghetti, wir grillten und kochten thailändisch. Kurz: Wir genossen gourmet Essen von uns zubereitet!
Wir machten einen Bootsausflug. Manche gingen Schnorcheln andere sogar Tauchen. Danach besuchten wir die Wasini Island, wo wir sehr guten Fisch und Seealgen aßen. Es war ein Traum. Schnorcheln konnte ich leider nicht, weil ich immer noch mit einer Bronchitis kämpfte, aber ich werde es wann anders nachholen! Die traumhafte Unterwasserwelt will ich mir nicht entgehen lassen.
Nach der traumhaften Woche mussten wir uns leider verabschieden. Es war traurig… So lebten wir doch ein halbes Jahr mit den drei netten Jungs aus Dänemark zusammen, mit denen wir so viele lustige Dinge erlebten und Aufgaben meisterten.
Durch sie lernten wir Dänemark kennen und für mich persönlich steht jetzt schon fest, dass das mein nächstes Reiseziel ist oder eines meiner nächsten Reiseziele! Ich würde deren Zuhause gerne mit eigenen Augen sehen und sie besuchen.
Ja, man beginnt schon zu überlegen, was man als nächstes sehen will. Das Fernweh macht sich ganz langsam bemerkbar obwohl das Jahr noch gar nicht endete.
Nach meinem Jahr, das in vier Monaten endet, werde ich ein halbes Jahr Auszeit nehmen, bevor ich mich in die Welt der Studenten begebe. Ich werde wohl Geld verdienen und dann hoffe ich, andere schöne Flecken der Welt zu entdecken wie z.B. Nepal und Nordindien. Man weiß nie, wo das Leben einen hin trägt! Für mich ist klar geworden, dass jeder sein Leben in der Hand hat und entscheidet was er erleben wird. Entdecken und genießen, wie ich es jetzt tue, will ich noch ein wenig weiter tun.
Das Leben ist wohl wirklich zu kurz, um auf Wunder zu warten. Aufstehen und sie entdecken!
Liebe Grüße aus der Ferne!
Special School’s Garden

08. Mai 2012:
Man öffnet das Tor der Schule. Tritt ein. Zur linken der Zaun. Dahinter 101 Bäume und 1000 Sukumawiki Setzlinge. Man tritt näher zum Zaun. Verweilt dort für einige Minuten. Denkt man sieht die Pflanzen wachsen. In die Höhe sprießen. Ein zweiter näherer Blick auf die Pflanzen. Ein zufriedener Blick. Man wendet sich vom Garten ab, von Special School’s Garden und beginnt seine Arbeit.
Das tuen nicht nur ich und Nadine sondern auch jeder Lehrer oder Gast, der die Special School betritt. „Your plants are growing?! They are doing well!“.
Ja, das tun sie. Sie wachsen. Seilas vom Kisii Research, der uns bei dieser Feldarbeit zu unser vollsten Zufriedenheit zur Hand geht, hat große Arbeit geleistet. Es ist so wunderschön zu sehen, dass sich die Arbeit von sieben Monaten, all die Sorgen, die manchmal zu große Verantwortung und die Energie nun endlich auszahlt und erste Früchte trägt. Die richtige Früchte wird dies wohl erst in etwa elf Monaten tragen. Dennoch es ist ein zufriedenes Gefühl. Endlich fertig.
Nun geht es an das organisatorische. Es muss geklärt werden, wer die Verantwortung für das Feld übernimmt. Wer es regelmäßig düngt, die Pflanzen stutzt, die Früchte irgendwann erntet all das. Dann muss ein Kontakt geschaffen werden bzw. ein Vertrag abgeschlossen werden, welche „Organisation“ ein bis zweimali im Jahr die Bananen und Avokados der Früchte für den Export abkauft. All solches müssen wir nun noch klären. Ende der Woche setzen wir uns mit Seilas und dem Headteacher zusammen und halten ein kleines Meeting darüber. Wobei all das auch noch etwas Zeit hat. Die kleinen jungen Pflanzen müssen erst noch wachsen und groß und stark werden!
Aber eins ist jetzt schon klar: Es ist ein voller Erfolg und der Special School wird dadruch ein jährliches Einkommen gesichert.
Die „Organisation“, mit welcher wir in Kontakt treten müssen nennt sich „HCDA“ das steht für Horticultural Crops Development Authority. Diese kaufen Bananenstauden oder Avokados in großer Zahl von Farmern ab und exportieren sie nach Europa. Wir haben extra dafür eine exportfähige Art von Bananen und Avokados gekauft und gepflanzt. Die Bananenart heißt „Grand 9“ und die der Avokado „Hass“. Unsere Avokadobäume werden 6m hoch wachsen und jeder Baum produziert 2500 Früchte pro Jahr. Die Avokados werden das ganze Jahr hinweg geerntet.
Bei den Bananenbäumen werden wir alle drei Monate einen „punch“ also eine Staude ernten können. Insgesamt wird sie vier Stauden produzieren. Danach hat der Bananenbaum seine Arbeit getan und muss abgeschnitten werden. Jedoch wächst automatisch ein neuer Baum nach. Nach etwa 10 Jahren muss jedoch ein neuer Setzling her. Eine Staude bringt etwa 1200 KES das sind ca. 12 Euro und ist 65kg schwer. In unserem Garte befinden sich 92 Banen- und 9 Avokadobäume.
In folgender Tabelle kann man die Kalkulation unseres Gartens sehen. Bisher handelt es sich nur um eine Schätzung, aber es drückt ungefähr aus, was dieser garten uns für ein Einkommen erbingen wird.
| Banana | Avocado | |||||
| one punch | one tree | |||||
| KES | 1200 | KES | ? | |||
| kilogramm | 65 | amount of fruits | 2500 | |||
| max. of punches per year | 4 | |||||
| amount of trees | 92 | amount of trees | 9 | |||
| ONE TREE in one year | ONE TREE in one year | |||||
| KES | 4800 | KES | ? | |||
| kilogramms | 260 | amount of fruits | 2500 | |||
| TOTAL in one year | TOTAL in one year | |||||
| KES | 441600 | KES | ||||
| kilogramms | 23920 | amount of fruits | 22500 | |||
Seilas meint, dass der Gesamtbetrag sich in einem Jahr auf knapp 1000€ (wohlgemerkt Euro) belaufen wird. Wir werden sehen, wie die ganze Sache ins Rollen kommt. Ich hoffe jedoch sehr, das die Schule die Chance ergreift und mitarbeitet.
Was uns in die Quere kommen könnte sind zum einen Diebe, die die Früchte klauen oder zum anderen sogar die Lehrer, die sich ihren Vorteil aus diesem Garten ziehen wollen…
Neben den Avokado- und Bananenbäumen, pflanzen wir wie gesagt auch Sukuma Wiki. Das ist ein spinatähnliches Gewächs, das hier fast als Hauptnahrungsmittel bezeichnet werden kann und mit Ugali (Maisbrei) serviert wird. Die Kenianer lieben es. Es sind große Blätter, die klein geschnitten und mit Zwiebeln und Tomaten gekocht werden. Man isst es zusammen mit Ugali, oder auch Chapati, und Fleisch, wenn es der Geldbeutel zulässt.
Liebe Grüße!






Süß, anders und sehr viel- Sandwiches zum Chai
Sonntag: 8. April
Gestern Mittag als wir so zusammensaßen kam uns die Idee, heute in der Schule zum Chai am Morgen Sandwiches zu machen. Kauften also gestern im Supermarkt 13 Toastpackungen, 1kg Pflaumenmarmelade, 1kg Peanutbutter und 2kg Butter.
Damit machten wir uns heute Morgen um 9.30 auf den Weg zur Schule. Rechts und links hatte jeder ovn usn eine Tüte. Rose, Nadine und ich. Als wir die Schule betraten kam wieder eine ganze Meute auf uns zu gerannt. Ganz neugierig, interessiert und glücklich über diese geheimnisvollen Tüten. Was es wohl heute gibt? Egal was es gibt, es gibt etwas! Das dachten sich die Kinder wohl. Wieder wurden uns die Tüten abgenommen und hoch gebracht zu Joseph. Heute war nicht Mitunda da sondern Joseph. Das ist der zweite Koch und am Wochenende wechseln sie sich mit dem Dienst in der Schule ab. Wir gingen gleich voller Tatendrang an die Arbeit. Joseph organisierte uns Messer und dann ging es los! 260 Brote wurden beschmiert. 130 Sandwiches gab es. Bei 60 Kindern bekam so jeder zwei Sandwiches. Auch der Koch, die Housemothers, der Cowkeeper und der Wachtman bekamen welche, mehr als genug.
Joseph arbeitet wie gesagt unter der Woche immer mit Mitunda zusammen und am Wochenende wechseln sie sich ab. Er hat heute zum ersten Mal Peanutbutter gegessen und war begeistert! Er ist ein sehr hilfsbereiter und gerechter Mensch. Ist, wie Mitunda auch, sehr besorgt um die Kinder und immer bemüht jedem Kind gerecht zu werden.
Nach dem wir fast fertig waren mit den Sandwiches ging uns das Brot aus. Mikkel, der zu Hause war, riefen wir an und fragten ihn, ob er uns noch etwas Brot kaufen kann. Brot kriegt man hier überall an der Straße in kleinen Shops. Bereitwillig ging er los und kaufte mehr als genug Toast. Rose lief ihm entgegen und als sie wieder kam, ging es weiter mit dem Brote schmieren. Nach kruzer Zeit waren wir dann fertig. Joseph gab jedem zwei Sandwiches mit Marmelade und Peanutbutter und einen Chai.
Ihr hättet sehen müssen, wie die Kinder über die Sandwiches herfielen. So glücklich darüber und neugierig, wie es wohl schmecken wird. Manche Kinder nahmen sich Zeit zum Essen und genossen diese mit Chai und andere verschlangen gleich alle vier auf einmal als ein riesen Doppeldecker-Sandwich. War sehr schön ihnen beim Essen zu zu schauen…




Berliner in der Schule- „How can this dough grow so big?!“
Donerstag: 5. April
Am Donnerstag den 5. April war Krankenhaus- freier Tag. Wieder einmal ein ganzer Tag in der Special School seit langem. Am Mittwoch Mittag kauften Nadine und ich in der Stadt Zutaten zum Berlinerbacken ein. Gingen wie immer in unseren Stamm-Supermarkt. Dort kennen uns die Besitzer schon und man wird immer mit Händeschütteln persönlich begrüßt, sehr nett. Man fühlt sich doch gleich viel heimatlicher, wenn die Leute um einen rum einen kennen. Kauften 4kg Mehl, Zucker, „Yest“, was so etwas ist wie Hefe ist, Milch und Eier. Unter Anderem nahmen wir noch 80 Zahnbürsten mit, die die Kinder nach den Ferien erhalten sollen.
Am Donnerstag ging’s dann früh los ans Backen. Erstaunt erklärten wir Josephine und Betty, wie wir den Teig zubereiten werden. Nadine und ich wussten nicht wie man Berliner macht, hatten das noch nie zuvor gemacht. Also waren wir etwas besorgt, ob die ganze Aktion in die Hose geht oder nicht. Wir ließen uns nichts anmerken und ran ging es an die Arbeit. Erst das Mehl, dann die Hefe und die lauwarme Milch. Alles zerkneten, dann die restlichen Zutaten. Als ich Mühe hatte diesen Klumpen Teig zu kneten, meinte Betty, ich soll sie mal ran lassen. „You ware weak Eva. I am a strong woman.“ Mit „Schmackes“ hat sie es dem Teig gezeigt und diesen mal so richtig durch gemixt. Unser Hostfather würde nun sagen:“She has tried“. Hier in Kenia macht man Dinge nämlich nicht gut oder sehr gut sondern man versucht es. Also heißt es nie:“You did a good job“ oder so etwas sondern immer „You’ve tried“. Eigentlich sehr lustig, finde ich.
Zurück zum Teig. Verwunderlich klappte alles super. Wir hatten uns nicht gerade doof angestellt. Den Teig ließen wir dann vierzig Minuten gehen. Er wuchs und wuchs. Wurde größer und füllte die ganze Schüssel. Die Lehrer waren richtig erstaunt darüber und fragten, wie viele Kilogramm Mehl wir denn dafür verwendet hätten. Als wir meinten, es wären nur 4kg gewesen, waren sie sehr erstaunt. Wie immer halfen natürlich die älteren Mädels. Die kamen dann richtig zum Einsatz, als es ums Ausstechen der Teiglinge ging. Nadine und ich rollten in Etappen den Teig aus und die Mädels stechten mit einer Tasse runde Teiglinge aus. So waren alle gleich groß. Nach dem diese kurz enige minuten aufgingen, haben Josephine und Betty diese in Fett fritiert. Mit Teamwork waren wir nach 2h Stunden fertig. Es gab ungefähr 400 Berliner. Natürlich waren es kleinere als wir sie in Deutschland haben und Marmelade und Zucker hatten sie auch leider nicht. Aber dennoch waren sie super lecker. Jeder Lehrer und Stuffmember bekam 5 von ihnen und jedes Kind 2. Alle waren super happy und verschlingten diese Berliner nur zu.
An diesem Tag grinzten nicht nur die Kinder glücklich über beide Ohren hinweg, nein, sogar die Lehrer taten dies! Glücklich, dass alles so spontan klappte, gingen Nadine und ich danach nach Hause.
Liebe Grüße!
4. April: … Die Zeit trägt Laufschuhe!
Mittwoch 4. April
Heute war ein schöner Morgen. Nadine und ich waren endlich mal wieder früher in der Schule. Dort traf ich nach der Morgenzeremonie der Schule Seila von Kisii Research an. Er war gekommen, um die Löcher zu kontrollieren, die seine Jungs gegraben hatten. 89 Löcher haben diese in der letzten Woche mühevoll ausgehoben. 15 Löcher wurden von dem Freund unserer Familie gegraben. Dieser organisierte zwei Männer, die diese Arbeit übernahmen. Rose aus Dänemark, mit der ich in der Special School zusammenarbeite, bezahlte ihn für 30 Löcher. Das Problem war dann, dass er nur 15 organisierte zu graben und dann nicht mehr auftauchte. Dass die eigentliche Arbeiter, die dort die letzten Tage immer in der Schule waren, die Arbeiter von Kisii Research waren und nicht von dem Familienfreund, bemerkte ich am Dienstag. Wenn man diesen Familienfreund fragte, warum er nicht auftauche, meinte er: „I was somewhere“.
Man versteht es nicht… Wir waren sehr zufrieden mit seiner Zaunarbeit und warum er jetzt so unzuverlässig ist, können wir uns nicht erklären. Vielleicht liegt es einfach daran, dass er keine Hetze hat und die Arbeit auch erledigen würde, aber eben nicht ind er Zeit, in der wir es erwarten. Die Kisii Research Leute überraschten mit ihrer guten Zusammenarbeite und Zuverlässigkeit dahingegen.
Das Feld ist nun fertig Vorbereitet und die Setzlinge können eingepflanzt werden. Jetzt heißt es nur noch die allerletzten Besorgungen, wie trockener Cowdung und ein paar andere Arten von Dünger.
Des Weiteren läuft es zur Zeit sowohl sehr gut in der Schule als auch sehr gut im Krankenhaus. Wie die letzten drei Wochen auch, gehen wir jeden Tag mit zwei Kindern ins Krankenhaus. Das besprechen wir morgens mit dem Headteacher Mr. Juma und schnappen uns dann zwei Kinder. Wir laufen die matschigen und steilen Weg hinauf zur Straße an der Schule vorbei. Dort winken wir ein Pikipiki zu uns. Nadine nimmt ein Kind auf’s Pikipiki und ich nehmen eines. Dann geht es ab zum Krankenhaus. Dort kennt man uns schon gut. Wenn wir einen Tag nicht da sind, fragen sie neugierig, wo wir gestern gewesen wären.
Da wir in den letzten Tagen leichte Zahnarztfälle hatten, waren wir glücklicherweise schon früher zurück in der Schule. So blieb uns noch eine Stunde bevor es Lunch gab. In dieser Stunde nahmen wir zum Beispiel gestern am „Sportunterricht“ der älteren Mädchen teil. Sie spielten mit Beatrice erst ein paar Aufwärmspiele verbunden mit Händeklatschen und Gesang:
„We make a circle. A big big circle. We make circle like a big ball“ und alle fassen sich an den Händen und bilden so ein Kreis.
Danach spielten wir Brennball. Es war eine andere Art als ich es kannte aber sehr kreativ und interessant. Das spielten wir dann, nicht in Sportkleidung, wie es bei uns üblich ist, sondern einfach so wie wir waren: Schulkleidung bzw. Alltagsklamotten und barfuß.
Oder heute nach dem Krankenhaus rannten wir einfach mal wieder mit den Kindern auf dem Rasen herum und machten mit ihnen Blödsinn. Oder wir saßen einfach mal wieder mit ihnen zusammen im Gras. Ohne etwas zu tun. Nur Nadine und ich und die Kinder. Es macht schon genug Spaß, einfach nur mit ihnen da zu sitzen.
Wir gehen, seit wir jeden Vormittag im Krankenhaus sind, nicht mehr mittags in die Schule. Es ist einfach zu viel. Nach dem Lunch erledigen wir oft den „Papierkram“, der liegen blieb. Dazu gehören Spendenabrechnungen, Berichte für die Organisation, Emails beantworten, organisatorische Dinge und ja, entspannen! Das taten wir die letzten Wochen zuvor viel zu wenig. Man vergisst oft, wie viele Dinge einen unbewusst beschäftigen und nicht los lassen. Jeden Tag wird man mit vielen Eindrücken konfrontiert, die es eigentlich heißt, zu verarbeiten und zu reflektieren aber das geriet in letzter Zeit in Vergessenheit… Irgendwann ist es dann einfach zu viel und man muss Abstriche machen.
Des Weiterhin, Leute, wo geht die Zeit hin? Wer klaut uns die Zeit? Wer hat denn hier auf „vor spulen“ gedrückt? Zeit, mach mal halb lang, bitte!
So geht es mir gerade. Die Zeit rast. Tage gehen vorbei ohne, dass ich es merke. Mit Wochentagen und Datum kann ich schon gar nichts mehr anfangen. Ich komme nicht hinter her. Das alles, weil so viel in meinem Kopf herum schwirrt, Projekte sind am Laufen und die Zeit vergeht einfach schneller als sonst. Diesen Freitag ist Osterfrei, dann ist Wochenende und am Montag ist wieder Osterfrei. Mir war des Weiterhin nicht bewusst, dass nächste Woche Donnerstag, der letzte Schultag für unsere Kinder ist bzw. der Abholungstag der Kinder. Schon wieder Ferien…
Wir planen deshalb am Freitag für die Kinder „cooked Bananas“ zu kochen und am Wochenende einfach da zu sein, um zu mit ihnen zu spielen oder auf dem Rasen chillen. Am Montag werden wir dann noch einmal irgendeine Aktion starten. Entweder Spiele, Filme und Popcorn oder ein besonderes Lunch.
Am Dienstag wird dann schon die Abschiedsparty in der Schule von Rose sein.
Am Sonntag werden wir dann nach Nairobi fahren und uns ein Kinderheim in Masailand anschauen. Montag geht es ab nach Mombasa! Unsere letzte Woche zusammen mit den Freiwilligen aus Dänemark, mit denen wir ein halbes Jahr hier in der Gastfamilie in Kisii zusammen lebten. Wahnsinn! Die Zeit scheint Laufschuhe anzuhaben und zur Zeit ziemlich fit zu sein, so wie sie rennt….
Ich sende euch viele sonnige Grüße aus Kisii!
Eure Eva




„We are drinking tea. Just wait a Minute!“ Ein Morgen im Krankenhaus Teil 2
Dienstag: 27.03.2012
Der heutige Morgen war genau so anstrengend wie gestern und auch jetzt sitze ich erschöpft zu Hause und schreibe diese Zeilen.
Kamen heute in die Schule und das Ziel war wieder einmal das japanische Krankenhaus. Uns graut es schon davor, aber es führt kein Weg daran vorbei. Die privaten Krankenhäuser sind zu teuer und das Level 5 ist das einzige öffentliche Krankenhaus. Martin hatte immer noch große Schmerzen und musste heute, wie gestern vereinbart, noch einmal ins Krankenhaus auf Grund seines Fußes. Nadine und ich beschlossen, heute die zwei Kinder zum Zahnarzt mit zu nehmen, die wir eigentlich gestern behandeln lassen wollten. Josephine und Clemencia. Beide brauchten eine Zahnreinigung. Also riefen wir wieder das Taxi und ab ging’s ins „Level 5“, der Bunker, der Japaner. Diesmal begleitete uns Peter, ein Arbeiter der Schule. Betty blieb in der Schule, weil wir heute endlich die Chapati machen wollten. Schon ewig hatten wir den Kindern Chapati versprochen, aber es kam immer irgendetwas dazwischen. Josephine vergaß den Schlüssel, Kinder waren krank oder Betty war nicht da. Nun machten wir uns auf den Weg ins Level 5 während Josephine (Lehrerin der älteren Mädchen), Betty und die älteren Mädels Chapati für die gnaze Schule zubereiteten. Normalerweise machen wir das ja immer jeden Donnerstag. Jedes Kind bekam dann zum Mittagessen Chapati und jeder Lehrer konnte sich Chapati kaufen. Das Kochen hat auch super funktioniert! Immerhin etwas, das heute reibungslos von Statten ging. Die Lehrer bezahlten ordentlich ihre Chapati, Betty und Josephine nahmen das Geld ein und jedes Kind grinzte über’s ganze Gesicht vor Freude über die Chapati.
Nicht so spaßig war unser Aufenthalt im Krankenhaus. Wir liefen wieder von Cashpoint, zum Arzt, zum Cashpoint, zur Apotheke in der Stadt und wieder zum Arzt. Ein Heiden Stress!
Und heute war nicht Betty diejenige, die „some words“ sprach sondern ich. Zwar kannte ich keinen Nachbars Nachbars Freund des Freundes, aber ich hatte keine Geduld mehr und genug Verstand, um meine Meinung zu sagen. Und, ja, traurigerweise lag es wohl auch daran, dass ich ein „Mzungu“ bin. Ich bin weiß.
Die Story ist diese: Während Nadine mit Josephat und Clemencia beim Zahnarzt war, ging ich mit Peter und Martin zum Röntgen. Dort bestellte man uns auf 11 Uhr hin. Wir gaben an der Rezeption bekannt, dass wir nun da seien und auf Martins Röntgenbilder warten. Wir sollen doch bitte warten, hieß es. Auf die wundersam bequeme Bank quetschten wir uns zwischen andere Warteten und drehten Däumchen. Eine Stunde verging. Nichts passierte. Ich ging zur Rezeption und fragte, wann es denn nun soweit sei, wir würden schon so lange warten. Nur Geduld, warte noch ein Wenig, hieß es. Okay. Warten. Wie immer, darin sind wir ja nach etliche Male Krankenhaus schon richtige Meister. Es geht einem so einiges durch den Kopf, wenn man stundenlang warten muss und keinerlei Beschäftigung hat außer seine eigenen Gedanken. Innerlich merkte ich oft, wie eine Stimme verzweifelt schreit. Mein Kopf drehte sich automatisch, obwohl mein Verstand sehr neugierig war, von den Verletzten im „Notfallraum“ weg. Dort liegen sie, bluten, erleiden Schmerzen und ihre Gesichter sind nicht mehr verzweifelt sondern einfach resigniert. Nach eineinhalb Stunden platzte mir dann der Kragen. Ich ging zu dieser Rezeption, in welcher die Leute, deren Beschäftigung ich als äußerst fragwürdig finde, munter dasitzen und quatschen. Ich frage, auf was wir denn warten. Wenn kein Doktor da ist, möchte ich einfach die Röntgenbilder haben und ich suche einen anderen Arzt. Ich muss doch nur wissen, ob der Fuß gebrochen ist oder nicht, meinte ich mit energischer Stimmte. Damit hatten sie nicht gerechnet. Es steht mal einer auf und sagt etwas. All die Wartenden, warten einfach nur geduldig. Sie tun nichts, sie sagen nichts, nein, sie warten. Zwischendrin schaut noch ein „Priester“ in Plastikflipflops und Gammelshirt vorbei und betet irgendetwas mit den Wartenden. Da ich ein Mzungu bin, wurde ich natürlich direkt angesprochen. Wie hieße ich denn, was mache ich hier und wie ich Kenia fände. Die gewöhnlichen Antworten gab es und das Übliche über meinen Namen „Eva“. „Evaline?“. „No, just Eva! Like Adam and Eva, you know?!“ Und es wurde gelacht.
Nach dem ich meine Meinung an dieser Rezeption sagte, wurde ich wieder auf die bequeme Bank geschickt neben Martin mit seinem geschwollenen Fuß und Peter, der schon sehr genervt war. Komischerweise kam nach etwa 3 Minuten eine Frau mit enigen Röntgenordner. Warum sie letztendlich auf einmal da war, wusste ich nicht. War sie gekommen, weil ich etwas Druck machte oder weil es einfach Zufall war?!
All die Warteten bekamen dann ihre Röntgenbilder, die sie gestern gemacht hatten. Alle wurden nur aus dem Grund nach Hause geschickt und auf heute vertröstet, weil der Doktor gestern zum Lunch gegangen war.
Wie auch immer. Nach einiger Warterei kamen wir auch beim Doktor dran. Die Dame tippte wieder nur in dieses magische Computerprogramm ein, dass Martin nun ein Gips bekommen soll. Danach gingen wir in den „Plaster Room“. Dort trat ich ein. Ich holte Martin und meinte, er bräuchte einen Gips. Die Antwort war:“ We are drinking tea. Come in five minutes again.“ Ich dachte, ich spinne. Ich meinte dann, dass das nicht sein kann. Dass wir warten und warten und sie schickt mich nun wieder zum Warten nur weil sie Tee mit ihren Kollegen trinkt?
Dann auf einmal fügte sie sich und schrieb mir auf einen Zettel, was ich bei der Apotheke in der Stadt kaufen soll. Ich solle zur Apotheke, dann bezahlen und dann wieder kommen.
Dieses System…
Peter ging zur Apotheke, ich bezahlte und glücklicherweise wurde Martin sogar während ich noch in der Reihe zum Bezahlen anstand behandelt und bekam einen Gips angelegt.
Das war es dann!
Unser Morgen. Alles verlief „pole pole“ (= langsam) und „hakuna matata“ (= kein Problem)
Karibu Kenya! “If you don’t have money, people will watch how you die.” Das sagte Betty und es stimmt…
That is Kenya! Ein Morgen im Krankenhaus Teil 1
Montag: 26. März 2012
„That is Kenya, Eva. You have to talk some words…“. Das sagte Betty, eine Lehrerin der Special School, die heute mit Nadine, drei Schülern und mir im Krankenhaus war.
Heute Morgen waren wir kaum fünf Minuten in der Schule, da fiel Machogo schon hin und reiste sich seine alte Wunde wieder auf. Es blutete herrlich. Er schrie wie am Spies. Er weinte ohne Ende. Juhu! Wahnsinns Morgen. Das ist mal ein Start, ne?!
Nach und nach entdeckten wir, wie in einem Spiel, bei welchem man die Fehler finden muss, mehr Kinder mit Wunden oder weiß der Geier was. Das sind so typische Montage. Machogos Wunde deckte ich mit einem Tempo zu. Wunde nicht mehr zu sehen, Schmerz auf einmal weg, Geschrei vergangen. Dann hatte auf einmal Geoffrey Bauchschmerzen. Auch er krümmte sich vor Schmerz und es flossen Tränen. Auch ihn setzten wir auf die „Bank der Verwundeten und Kranken“. Dann entdeckten wir Mary. Ihre Wange war total geschwollen und sie hatte dort eine Art Schnittwunde, die nicht richtig verheilt war. Auch Mary saß dann neben Machogo und Geoffrey. Hinzu kam noch Vivian und Martin. Vivians Handgelenk war total geschwollen und Martins Fuß genau so. Wir beschlossen Geoffrey und Machogo in der Schule zu lassen. Ein Lehrer versorgte die Wunde von Machogo und Geoffrey sollte abends der Schulkrankenschwester, die jeden Abend und Morgen kommt, einen Besuch abstatten.
Wieder einmal lief alles anders als gedacht oder geplant. Die Arbeiter für das Löchergraben auf dem Bananenfeld sind heute auch nicht erschienen. Wir machten uns dann mit einem Taxi zusammen mit Betty und den Kindern auf den Weg ins Krankenhaus. Ins „Level 5“, ein Krankenhaus, dass 2010 von den Japanern in die Welt gesetzt wurde und alles andere als ein gutes Management bestitzt. Man verbringt dort überwiegend Zeit fürs Warten und wird nur wenige Minuten „behandelt“. Das ist Tatsache. Schlecht reden will ich hier nichts!
Ich versuche Euch mal ein wenig den Ablauf zu beschreiben. Generell ist es so, dass man zwischen jedem Schritt und für jeden Schritt bezahlen muss. Dabei handelt es sich oft nur um Centbeträge. Zunächst muss man sich am „Cashpoint“ eine Kranken-Patientenkarte kaufen. Diese kostet 20Kes (etwa 20 Cent). Wir mussten mit all den Kindern in die „Notfallabteilung“. Warum diese Abteilung den Namen „Notfall“ verdient, erscheint mit für fragwürdig. Es ist einfach schrecklich. Etliche Menschen warten, erstaunlicherweise, geduldig auf Bänken darauf, den Arzt zu sehen. Für geschätzte 40 Patienten gibt es einen Arzt. Dieser sitzt hinter einem großen Schreibtisch, auf einem bewquemen Stuhl und hat einen guten Computer vor der Nase. In ein bestimmtes Computerprogramm tippt diese Dame vergnügt und etwas zu langsam Notizen über die Behandlung des Patienten. All die wartenden Patienten, sitzen stundenlang auf diesen unbequemen Bänken nur um für wenige Minuten den Arzt zu sehen, der irgendetwas in den PC tippt und diesen Patienten dann wieder zum Bezahlen an den „Cashpoint“ schickt. Bezahlt wird dann entweder für die Medizin, die man dann bei der Krankenhaus eignen Apotheke holt oder für den nächsten Behandlungsschritt (z.B. Spritze, Gips, Verband, Röntgen etc.).
Betty meinte auf meine genervte Frage, was dieses System für einen Sinn haben soll:“ That is Kenya. You have to talk some words.“
Ja, „some words“. Betty redete oft mit Nachbarn, Freundes Freunden, Krankenschwestern, die sie eben über tausend Ecken kennt. Dann kamen wir „schon“ nach 2 Stunden dran und durften den Arzt sehen. Werden eben nicht „some words“ gesprochen, dann kann man, ungelogen, in diesem Krankenhaus den ganzen, wirklich, den ganzen Tag verbringen.
Wie auch immer warteten wir wieder. Betty ging zum Bezahlen für ein paar Spritzen. Mary und Martin bekamen beide Spritzen, die für irgendetwas gut sein sollten. Danach wieder darauf warten, dass wir den Arzt sehen dürfen. Nach einer Stunde und „some words“ waren wir beim Arzt. Dieser entschied nun, Martin und Vivian zum Röntgen zu schicken. Also machten wir uns auf den Weg zum Röntgen. Einige Minuten, eine Stunde vergingen. Sie wurden geröntgt. Wieder warten. Das Röntgenergebnis durften wir abholen. Wieder zum Arzt. Wieder warten. Der Arzt entschied dann, nach dem er, was eindeutig war, den Bruch auf dem Röntgenbild erkannte, dass Vivian einen Gips benötigt. Martins Röntgenbild musste ein bestimmter Doktor beurteilen. Dieser Doktor war jedoch zum Lunch verschwunden. Wir sollen Morgen noch einmal mit Martin kommen und das Röntgenbild wurde für ihn hinterlegt. Wir gingen mit Vivian zum „Plaster Room“. Dort sollte sie einen Gips erhalten. Glücklicherweise tippten diese Damen gleich irgendetwas in den Compotzer in dieses magische Computerprogramm ein und Betty konnte zum Bezahlen, während ich mit Vivian wartete. Nach dem wir für den Service gezahlt hatten, wurde Vivian endlich ein Gips angelegt. Das Mädchen ist 9 Jahre alt und ich hatte noch nie solch ein schmerzverzerrtes Gesicht bei einem Kind diesen Alters gesehen! Eine Frau hielt Vivian fest. Eine andere Mann hielt den Arm fest und wieder eine andere Dame zerrte und ruckte an diesem Arm herum, um ihn gerade zu rücken. Nur beim Erzählen läuft mir ein Schauer den Rücken hinunter. Vivian war nicht einmal fähig zum Schreien. Ihr liefen nur etliche Tränen die Wangen herunter. Ihr Mund war weit aufgerissen vor Schmerz und Schreck. Ihre Augen schauten mich verzweifelt an. Ich war so erschrocken und machte mir alle Mühe, die kleine wieder zu beruhigen und für sie da zu sein.
Das war der Morgen! Sind dann nach dem die Kinder mehr oder weniger behandelt waren und alle eine Soda bekamen, mit dem Taxi zur Schule gefahren. Es war sehr anstrengend. Nadine und ich sind nach Hause um etwas zu Essen. Wir gingen nicht mehr zur Schule. In uns gab es keinen Funken Geduld mehr und wir waren erschöpft. Ich bin dann ins Fitnessstudio, um mich abzureagieren und Nadine wusch ihre Wäsche.
Am Abend schnitt mir Nadine noch die Haare. Ja, sie sind wieder etwas kürzer. Wurde auch Zeit nach einem Jahr ohne Friseur!
Viele Grüße!
Fertig!
22.03.2012: Zaunarbeiten
Letzte Woche Donnerstag konnten wir endlich die Zaunarbeiten abschließen. Für den letzten Teil, haben wir ein paar Arbeiter organisiert. Der Familienfreund „Rangi Rangi“ und seine Arbeiter leisteten gute Arbeit und nun müssen wir hoffentlich nie wieder etwas zäunen. Das ist nämlich gar nicht so leicht und manchmal echt nervig. Hin und her rennen, da doch noch irgendetwas von der Stadt vergessen wurde. Dann brauchen sie noch dies und das und so weiter. Jetzt ist der Zaun fertig und unser kleiner „Garten“ gut geschützt. Das Schild mit „Special School’s Garden“, werden wir die nächste Woche an das Eingangstor des Feldes anbringen.
Gestern waren Rose und ich mit Robert, unserem Gastvater, in der “Kisii Research”. Dort ließen wir uns von einem kompetenten Mitarbeiter beraten. Das „Kisii Research“ muss man sich wie eine große Gärtnerei vorstellen, wo, wie der Name schon sagt, Nachforschungen über Bäume und Pflanzen betrieben werden. Für wenig Geld können dort Setzlinge aller Art gekauft werde. Von Passionfruit über Papaya und Avocado bis hin zu allerlei Arten von Mangos gibt es viele verschiedene Setzlinge zu erhalten. Nach einer Beratung und der Besprechung unseres verfügbaren Raumes auf dem Feld und einer kleinen Führung, reservierten wir die Anzahl der Setzlinge und ich bezahlte auch gleich die Hälfte dieser Bestellung mit dem Geld, das durch den Stofftaschenverkauf eingegangen ist.
Heute waren dann zwei Mitarbeiter, des “Kisii Research”, in der Kisii Special School zur Ausmessung des Gartens. Robert kam auch noch hinzu und half uns bei den Entscheidungen. Letztendlich planen wir nun 92 Bananenbäume und 9 Avokadobäume zu pflanzen. Ob wir auch noch ein paar Passionfruits und Papayabäume anpflanzen entscheiden wir später. Ja, ihr habt richtig gelesen, insgesamt werden 101 Bäume auf diesem Feld sein. Hört sich sehr viel an und riecht nach Überfüllung des Gartens aber die Experten meinen, es ist möglich und ein guter Plan. Vertrauen wir auf die Erfahrung dieser einheimischen Arbeiter, sie müssen’s ja wissen! Der Garten soll ja schließlich nicht nur für den Eigenverbauch sein sondern die “Tonnen” von Früchte können an eine Zentrale verkauft werden und so hat die Schule ein regelmäßiges Einkommen, was für den Einkauf von z.B. Lebensmittel verwendet werden kann. Dies war auch die eigentliche Idee, welche von Anfang an hinter dem “Banana- Avocado- Project” steckte.
Die zwei Arbeiter und Robert haben also diesen Mittag das ganze Feld ausgemessen und dort Stöcke in den Boden gesteckt, wo am Montag die Löcher für die Setzlinge der Bäume gegraben werden sollen.
Ja, so langsam geht alles Ruck Zuck und wir rechnen damit, dass nächsten Freitag die Arbeiten im Garten abgeschlossen sind und wir uns zurück lehnen können. Die Bäume müssen dann alleine wachsen und wir müssen für gutes Düngen sorgen. Morgen wird erst einmal ein Arbeiter kommen, der sich um die Grundlage des Felds kümmert. Gerade befindet sich dort nämlich allerlei Unkraut. Dieses soll bekämpft werden. Rose und ich haben heute das dafür nötige Mittel gekauft und hinzu noch ein Schloss für das Eingangstor. Nicht nur durch Spenden von Deutschland und den Stofftaschen ist Geld eingegangen sondern auch Rose hat sich um ein paar wenige Spendengelder aus Dänemark bemüht.
Am Montag wird dann ein Arbeiter kommen und die 101 Löcher für die Bäume graben. Diese Müssen einen Meter in Breite und Tiefe haben.
Die einzige Herausforderung, welche uns momentan noch Sorge bereitet, ist die Sicherheit des Feldes. Wie können wir die Bäume beim wachsen vor neugierigen Kindern und gierigen Dieben schützen? Diese Frage wird noch ein viel größeres Problem, wenn die Bäume erst einmal Früchte tragen, was in etwa 12 bis 14 Monaten der Fall sein wird. All das versuchen wir von Anfang an mit einer gewissen Verantwortung einer Person zu vermeiden. Diebe und Neugierige und gelangweilte Kinder, die es lustig finden über Zäune zu klettern und ein Heiden Spaß dabei haben, Dinge, vor allem Pflanzen, zu zerstören bzw. einfach zu essen, sind wirklich ein nicht gerade kleines Problem. Bei dieser Anzahl von Bäumen ist es des Weiteren wichtig, für gute Pflege zu sorgen. Die Bananenbäume müssen regelmäßig gestutzt werden. Über all das wollen wir die nächsten Tage mit dem Deputy Headteacher Mr. Juma und dem Headteacher Mr. Matara reden und hoffen eine Lösung dafür zu finden.
Bis dahin, wünsche ich Euch schon einmal ein schönes Wochenende! Hoffe bei euch bleibt das Wetter weiterhin frühlingshaft während es bei uns eine Affenhitze ist, die jeden Schritt ungemein anstrengend macht.
Liebe Grüße, Eure Eva



